Wie ich KI für Social Media einsetze
Wenn angehende Social Media Manager mich nach KI für Social Media fragen, denken viele an ein Tool, das auf Knopfdruck einen Monat Content liefert. In meinem Alltag ist AI eine schnelle Assistenz. Sie recherchiert, sortiert, schreibt erste Entwürfe und schneidet Videos vor. Ich entscheide, was davon zum Kunden passt.
So sieht AI Social Media Management bei mir aus: Für jeden Schritt unten zeige ich dir, was die KI übernimmt und was bei dir bleibt. Die Tools sind nur Beispiele.
Mein KI-Workflow für Social Media in 9 Schritten
1. Recherche und Nische
Bevor ich für einen neuen Kunden schreibe, will ich seine Branche verstehen. Ich gebe ChatGPT oder Claude Texte von seiner Website, ein paar bisherige Posts und Infos zu zwei, drei Wettbewerbern. Dann lasse ich mir zusammenfassen, wer die Kunden sind, welche Fragen sie immer wieder stellen und welche Themen die Konkurrenz schon besetzt.
Bei einer Physiopraxis kommen dabei Themen heraus wie Rückenschmerzen im Homeoffice, Wartezeiten oder die Frage, ob man ein Rezept braucht. Ob diese Themen wirklich relevant sind, klärst du im Gespräch mit der Praxis.
AI hilft dir auch, deine eigene Nische zu finden. Mehr dazu liest du in meinem Ratgeber Social Media Manager werden.
2. Content-Strategie und Redaktionsplan
Aus der Recherche entwickle ich mit KI drei bis fünf Content-Säulen. Für einen Friseursalon könnten das sein: Vorher-nachher, Pflegetipps, Team und Salonalltag, Trends der Saison. Danach lasse ich mir einen Monatsplan erstellen, mit Tag, Format und Säule für jeden Post.
Gib der AI dabei feste Rahmen vor: Posts pro Woche, Plattformen, geplante Aktionen des Kunden. Sonst bekommst du einen Plan, der für jeden Salon in Deutschland passen könnte.
3. Ideen und Hooks
Hier nimmt mir die KI viel Kopfarbeit ab. Ich lasse mir pro Säule 20 Ideen geben und streiche dann konsequent. Oft bleiben nur wenige übrig, die wirklich zum Kunden passen.
Für Hooks, also die erste Zeile im Post oder die ersten Sekunden im Video, frage ich nach Varianten: eine Frage, eine überraschende Aussage, ein konkretes Problem. Beim Makler klingt das zum Beispiel so: „Diese drei Fehler kosten Sie beim Hausverkauf Geld.“
4. Texte und Captions in der Tonalität des Kunden
Damit die Texte nach deinem Kunden klingen, braucht die AI echte Beispiele. Ich lege für jeden Kunden ein kurzes Tonalitäts-Dokument an: Duzen oder Siezen, typische und verbotene Wörter, Emojis ja oder nein und drei bis fünf Lieblingsposts des Kunden.
So sieht ein Prompt für ein Café bei mir ungefähr aus:
Du schreibst Instagram-Captions für [Café-Name] in [Stadt]. Tonalität: herzlich, locker, Du-Ansprache, wenige Emojis, keine Ausrufezeichen-Ketten. Hier sind drei Captions, die der Inhaberin gefallen haben: [Beispiele]. Schreib eine Caption zum neuen Herbstkuchen mit Kürbis und Zimt. Maximal 80 Wörter, am Ende eine Frage an die Community. Gib mir drei Varianten.
Die Varianten sind Entwürfe. Ich tausche Wörter aus, die die Inhaberin nie sagen würde, und prüfe die Infos. Gibt es den Kuchen wirklich ab Montag? Das weiß nur der Kunde.
5. Bilder und Grafiken
Für Grafiken nutze ich Canva mit Vorlagen pro Kunde: Farben, Schriften, Logo. Die KI-Funktionen helfen beim Freistellen und beim Anpassen der Formate für Feed, Story und Reel-Cover.
Generierte Bilder setze ich sparsam ein. Eine Illustration zum Thema Haltung für die Physiopraxis ist in Ordnung. Ein erfundenes Foto vom Behandlungsraum ist es nicht. Echte Fotos wirken fast immer glaubwürdiger, also bitte deine Kunden regelmäßig um Handyfotos aus dem Alltag.
6. Kurzvideos mit KI: Schnitt, Untertitel, Avatare
Bei Videos zögern viele Einsteiger, weil sie nicht selbst vor die Kamera wollen. Das musst du auch nicht. Mit CapCut schneidest du Clips, die der Kunde mit dem Handy aufnimmt, und lässt Untertitel automatisch erstellen. Kontrollier die Untertitel trotzdem, vor allem bei Namen und Fachbegriffen.
Für Videos ohne dein Gesicht gibt es mehrere Wege:
- Voiceover: Der Friseursalon schickt Clips vom Färben, du legst einen gesprochenen Text darüber.
- Text auf Video: ein ruhiges Bild aus dem Café, darüber drei kurze Zeilen mit einem Tipp.
- AI-Avatare: Ein digitaler Sprecher erklärt ein Thema, etwa „Drei Fragen, die Sie Ihrem Makler stellen sollten“.
- UGC-Formate: Clips im Look echter Nutzervideos, mit Avatar oder Voiceover, die ein Produkt zeigen oder einen Ablauf erklären.
Wichtig: Ein Avatar darf nie so tun, als wäre er ein echter Kunde mit einer echten Erfahrung. Das täuscht die Zuschauer und kann deinem Kunden Ärger einbringen.
7. Planung und Posting
Fertige Posts lade ich in ein Planungstool. In vielen Tools sieht der Kunde den Monat in einer Kalenderansicht, kommentiert direkt und gibt frei. Einige schlagen außerdem Posting-Zeiten vor.
Social Media automatisieren heißt bei mir: Das Veröffentlichen läuft automatisch. Alles, was rausgeht, hat vorher ein Mensch gesehen.
8. Kommentare und DMs vorbereiten
Für Kommentare und Nachrichten lasse ich mir von der KI Antwortbausteine schreiben. Beim Makler sind das etwa Antworten auf Fragen nach den Kosten einer Bewertung, der Dauer eines Verkaufs oder dem Einzugsgebiet.
Diese Bausteine passe ich vor dem Absenden immer an. Eine Antwort, die nach Vorlage klingt, wirkt schnell lieblos. Bei Beschwerden oder heiklen Themen antwortet der Kunde selbst oder gibt deine Antwort frei.
9. Reporting für den Kunden
Am Monatsende exportiere ich die Zahlen aus den Plattformen und lasse die AI eine verständliche Zusammenfassung schreiben: Was lief gut, was weniger, was ändert sich im nächsten Monat? Dein Kunde will in zwei Minuten verstehen, ob sein Social Media etwas bringt.
Prüf jede Zahl in der Zusammenfassung gegen den Export. Sprachmodelle verrechnen sich gern oder ergänzen Werte, die gar nicht in den Daten stehen.
Wo KI hilft und wo du entscheidest
Meine Grundregel: KI liefert Entwürfe, ein Mensch gibt frei. Diese fünf Punkte bleiben immer bei dir:
- Freigaben. Jeder Post geht erst raus, wenn der Kunde ihn gesehen und bestätigt hat.
- Markenstimme. AI kann einen Ton imitieren. Ob ein Satz zur Inhaberin passt, merkst du nur, wenn du sie kennst.
- Fakten. Öffnungszeiten, Preise, Termine, Gesundheitsaussagen. Bei der Physiopraxis darf kein Heilversprechen im Post landen.
- Bildrechte. Nutze Fotos des Kunden oder Material mit klarer Lizenz. Personen auf Fotos müssen zugestimmt haben. KI-Bilder, die echte Personen oder fremde Marken nachahmen, sind tabu.
- Kennzeichnung. Realistisch wirkende KI-Bilder, KI-Videos und Avatare brauchen je nach Plattform und Einsatz einen Hinweis. Kläre vorab mit dem Kunden, wie ihr damit umgeht.
Typische Fehler, wenn du Social Media Content mit KI erstellst
- Generische Texte: Ohne Kontext schreibt die KI Posts, die zu jedem Café passen. Gib ihr Details wie Spezialitäten, Stammgäste oder typische Sätze der Inhaberin.
- Alles klingt gleich: Wer für mehrere Kunden denselben Prompt nutzt, bekommt überall denselben Sound. Dann klingen Friseursalon und Physiopraxis plötzlich wie Geschwister. Jeder Kunde braucht sein eigenes Tonalitäts-Dokument.
- Ungeprüfte Fakten: AI erfindet Studien, Zahlen und Termine mit voller Überzeugung. Ein falscher Fakt fällt auf deinen Kunden zurück und damit auf dich.
- Typische KI-Sprache: Floskeln wie „Tauche ein in die Welt von …“ und Ausrufezeichen in jeder Zeile erkennen viele Leser sofort. Streich sie.
Was dir die KI nicht abnimmt
Die Beziehung zu deinem Kunden bleibt deine Aufgabe. Du weißt, ob dein Friseursalon im Januar ruhige Wochen hat und ob die Inhaberin Fotos von sich mag. Du hörst im Telefonat, dass der Makler unzufrieden ist, bevor er es ausspricht. Dieses Verständnis für sein Geschäft macht deine Arbeit wertvoll.
AI macht dich bei allem anderen schneller. Mit genau dieser Kombination betreue ich 37 Unternehmen. Wie du diese Arbeit fair bepreist, erkläre ich im Ratgeber zu Social Media Management Preisen.
Dein nächster Schritt
Nimm dir ein Unternehmen, für das du gern arbeiten würdest, und geh die ersten vier Schritte durch: Recherche, Content-Säulen, Ideen, Captions. Danach hast du einen ersten Monatsplan, den du als Arbeitsprobe zeigen kannst. Wie du damit auf Unternehmen zugehst, liest du in Kunden finden als Social Media Manager.
Wenn du dabei Begleitung willst: In The Creating Society arbeitest du mit der TCS-Methode, also Create, Connect und Scale, aufgeteilt in 7 Bausteine von der Nische bis zum ersten Kunden. Ein eigener AI Agent hilft dir, Nische und passende Unternehmen zu finden, Erstnachrichten zu schreiben und Content-Ideen zu entwickeln. Dazu kommen Templates, ein Kundenportal, wöchentliche Live-Calls und 1:1-Gespräche.
Ob das zu dir passt, finden wir am besten im kostenlosen Strategie-Call heraus. In 30 Minuten schauen wir gemeinsam auf deine Situation und deinen nächsten Schritt.
Häufige Fragen
Welche KI Tools für Social Media brauche ich am Anfang?
Für den Start reichen ein Sprachmodell wie ChatGPT oder Claude, Canva für Grafiken und CapCut für Videos. Dazu kommt ein Planungstool zum Veröffentlichen. Lerne diese Tools gründlich, bevor du neue ausprobierst.
Kann ich Social Media komplett automatisieren?
Das Veröffentlichen kannst du automatisieren, Ideen und Entwürfe erstellst du zum großen Teil mit AI. Freigaben, Faktencheck und heikle Antworten bleiben bei dir und deinem Kunden. Ein Account, der ganz ohne Menschen läuft, wirkt schnell austauschbar.
Muss ich KI-Inhalte kennzeichnen?
Das hängt vom Inhalt und von der Plattform ab. Realistisch wirkende Bilder, Videos und Avatare solltest du kennzeichnen, Instagram und TikTok bieten dafür eigene Labels. Kläre die Regeln mit deinem Kunden und hol dir bei Unsicherheit rechtlichen Rat.
Alle Zahlen in diesem Artikel sind meine eigenen Ergebnisse und keine Zusage für deine. Was du erreichst, hängt von deiner Nische, deiner Umsetzung und deiner Zeit ab.